Caroline und Schnas stehen stellvertretend für alle MitarbeiterInnen, die die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen haben.
Qualifizierte Alltagsassistenz – so wichtig!
Viele Menschen wünschen sich, auch bei zunehmendem Unterstützungsbedarf im eigenen Zuhause zu bleiben. Dafür braucht es mehr als praktische Hilfe. Es braucht Menschen, die zuhören, Sicherheit geben, Veränderungen wahrnehmen und im Alltag mit Ruhe, Empathie und Fachwissen begleiten.
Genau hier setzt die Weiterbildung zur Betreuungskraft an, die vielen noch als Weiterbildung nach § 53c SGB XI bekannt ist.
Wichtig zu wissen: Die gesetzliche Grundlage wurde inzwischen verschoben. Was früher unter § 87b SGB XI und später unter § 53c SGB XI geregelt war, findet sich heute in den Richtlinien nach § 53b SGB XI. Der Begriff „§ 53c Weiterbildung“ wird aber weiterhin häufig verwendet. Inhaltlich geht es um die Qualifikation zusätzlicher Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen. Die Richtlinie wurde ursprünglich 2008 beschlossen und zuletzt 2022 angepasst.
Der Hintergrund: Mehr Zuwendung, mehr Teilhabe, mehr Lebensqualität
Die Weiterbildung entstand aus der Erkenntnis, dass pflegebedürftige Menschen nicht nur körperliche Versorgung benötigen. Sie brauchen Ansprache, Orientierung, Aktivierung, soziale Kontakte und sinnvolle Tagesstruktur.
Nach § 43b SGB XI haben Pflegebedürftige in teil- und vollstationären Einrichtungen Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung, die über die notwendige pflegerische Versorgung hinausgeht. Das Ziel ist mehr Zuwendung, mehr Austausch und mehr Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Interessant dabei ist, dass es NICHT den ambulanten, also häuslichen Bereich, betrifft.
Die Richtlinie nennt als typische Aufgaben unter anderem:
Malen, Basteln, leichte Gartenarbeiten, Kochen und Backen, Erinnerungsalben gestalten, Musik hören oder singen, Brett- und Kartenspiele, Spaziergänge, Ausflüge, Bewegungsangebote, Vorlesen, Fotoalben anschauen und Gespräche über Alltägliches und Sorgen. Dabei sollen die Angebote immer zu den Wünschen, Fähigkeiten, der Biografie und der aktuellen Situation des Menschen passen.
Da dies u.a. Dienstleistungen von Home Instead sind, hat sich Johannes Weiß, Geschäftsführer von Home Instead Ratingen, Heiligenhaus, Velbert und Düsseldorf-Nord (Kaiserswerth, Wittlaer, Kalkum, Einbrungen etc.) dazu entschlossen, MitarbeiterInnen gem. §53 b weiterzubilden.
Was umfasst die Weiterbildung?
Die Qualifikation besteht aus mehreren Bausteinen. Vorgesehen sind ein 40-stündiges Orientierungspraktikum, eine Qualifizierungsmaßnahme mit mindestens 160 Unterrichtsstunden sowie ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum. Bei bestehendem Beschäftigungsverhältnis kommen jährlich mindestens 16 Unterrichtsstunden Fortbildung hinzu.
Die Inhalte sind breit angelegt:
Basiskurs mit 100 Unterrichtsstunden: Kommunikation und Interaktion, Umgang mit Menschen mit Demenz, psychischen Erkrankungen, geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, Grundkenntnisse zu Krankheitsbildern, Pflege, Dokumentation, Hygiene, Nahrungsaufnahme, Inkontinenz, Schmerzen, Wunden sowie Erste Hilfe und Verhalten in Notfällen.
Betreuungspraktikum: praktische Erfahrung in einer zugelassenen ambulanten, teilstationären oder vollstationären Einrichtung, begleitet durch erfahrene Fachkräfte. Der Schwerpunkt liegt auf Menschen mit kognitiven oder psychischen Einschränkungen.
Aufbaukurs mit 60 Unterrichtsstunden: Vertiefung von Kommunikation, Verhalten und Umgangsformen, Rechtskunde, Haftungsrecht, Betreuungsrecht, Schweigepflicht, Datenschutz, Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen, Hauswirtschaft, Ernährungslehre, Beschäftigungsmöglichkeiten, Bewegung und Zusammenarbeit mit Pflegekräften, Angehörigen und Ehrenamtlichen.
Was haben Kundinnen, Kunden und Angehörige davon?
Für Familien bedeutet qualifizierte Alltagsassistenz vor allem Sicherheit. Geschulte Mitarbeitende erkennen besser, wenn sich Stimmung, Orientierung, Mobilität oder Belastbarkeit verändern. Sie wissen, wie wichtig Biografie, Tagesstruktur, ruhige Kommunikation und verlässliche Bezugspersonen sind.
Gerade bei Demenz, Einsamkeit, Unsicherheit oder nach Krankenhausaufenthalten kann eine gut geschulte Begleitung den Alltag stabilisieren. Angehörige werden entlastet, weil sie wissen: Da ist jemand, der nicht nur „hilft“, sondern versteht, worauf es ankommt.
Der Bezug zu Home Instead
Bei Home Instead Ratingen und Umgebung ist Weiterbildung ein zentraler Teil unseres Qualitätsanspruchs. Unser Claim „einfach persönlicher“ bedeutet für uns nicht nur Freundlichkeit. Es bedeutet: Wir nehmen Menschen ernst. Wir schauen genau hin. Wir begleiten mit Zeit, Wissen und Haltung.
Wir haben ein anderes Zeitmodell als andere Pflegedienste, was uns erlaubt, Beziehungen aufzubauen, neben der Verrichtung von AUfgaben Sicherheit zu geben und Teilhabe zu ermöglichen. Feste Bezugspersonen, geschulte Mitarbeitende und ein sorgfältiger Blick auf die individuelle Lebenssituation machen den Unterschied.
Denn gute Alltagsassistenz beginnt nicht erst bei der Aufgabe. Sie beginnt beim Menschen.