Deutsche Gebärdensprache

Deutsche Gebärdensprache - lernen wir bei Home Instead, um Gehörlose in Ratingen, Velbert, Heiligenhaus und Düsseldorf-Nord zu unterstützen.

Wenn Verständigung zur Voraussetzung für Unterstützung wird

Warum Home Instead Ratingen Deutsche Gebärdensprache lernt

Was nützt Unterstützung, wenn man sich nicht verständigen kann?

Diese Frage beschäftigt uns bei Home Instead Ratingen. Denn unser Konzept basiert auf etwas sehr Einfachem: Menschen sollen möglichst selbstbestimmt in ihrem vertrauten Zuhause leben können. Dafür braucht es nicht nur praktische Unterstützung. Es braucht Vertrauen, persönliche Beziehungen und vor allem Kommunikation.

Für gehörlose Menschen kann genau diese Kommunikation zur Barriere werden.

Deshalb lernen Mitarbeitende von Home Instead Ratingen Deutsche Gebärdensprache (DGS).

Wie viele gehörlose Menschen leben in unserer Region?

Eine genaue Zahl gibt es nicht. Das ist bereits Teil des Problems.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund weist darauf hin, dass in Deutschland keine Statistik existiert, die alle gehörlosen Menschen vollständig erfasst. Der Verband geht von etwa 80.000 gehörlosen Menschen in Deutschland aus. Als Größenordnung werden häufig rund 0,1 Prozent der Bevölkerung genannt.

Überträgt man diese Quote rein rechnerisch auf unser Einzugsgebiet, ergibt sich eine interessante Größenordnung.

Düsseldorf hatte Ende 2025 rund 659.000 Einwohner, Ratingen rund 89.000, Velbert rund 85.000 und Heiligenhaus rund 27.000 Einwohner. Zusammen leben damit in diesen vier Städten etwa 860.000 Menschen.

Bei einer statistischen Größenordnung von 0,1 Prozent könnten darunter rund 860 gehörlose Menschen sein.

Diese Zahl ist ausdrücklich keine lokale Erhebung, sondern eine Hochrechnung. Hinzu kommt eine wesentlich größere Gruppe schwerhöriger Menschen. REHADAT geht bundesweit von rund acht Millionen Erwachsenen mit einer so gravierenden Hörbeeinträchtigung aus, dass eine Hörhilfe oder medizinische Behandlung notwendig ist.

Hörbeeinträchtigung ist damit kein Randthema.

Unterstützung gibt es – aber ist sie auch erreichbar?

Menschen mit Gehörlosigkeit haben Zugang zu unterschiedlichen Unterstützungsleistungen.

In Nordrhein-Westfalen können beispielsweise Menschen mit angeborener oder bis zum 18. Lebensjahr erworbener Taubheit beziehungsweise an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit 77 Euro Gehörlosengeld monatlich erhalten. Die Leistung ist unabhängig von Einkommen und Vermögen.

Auch Kommunikationshilfen sind gesetzlich vorgesehen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales dürfen hörbehinderte Menschen bei Sozialleistungen Gebärdensprache verwenden. Notwendige Gebärdensprachdolmetscher und andere Kommunikationshilfen können vom zuständigen Leistungsträger finanziert werden – beispielsweise bei Arztbesuchen oder Rehabilitationsleistungen.

In unserer Region gibt es darüber hinaus spezialisierte Beratungsangebote. In Düsseldorf bietet die Caritas Sozialberatung in Deutscher Gebärdensprache an, vermittelt Dolmetschende und unterstützt bei Problemen, Anträgen und Fragen rund um Hörbehinderung. Auch die Stadt Düsseldorf arbeitet mit dem Stadtverband der Gehörlosen zusammen und ermöglicht bei bestimmten Veranstaltungen Gebärdensprachdolmetschende.

Die Strukturen sind also vorhanden.

Und trotzdem bleibt eine entscheidende Frage:

Was passiert im Alltag zwischen diesen Angeboten?

Die eigentliche Barriere beginnt häufig bei der Kommunikation

Ein Dolmetscher kann einen wichtigen Arzttermin zugänglich machen. Eine Beratungsstelle kann bei einem Antrag helfen. Technische Hilfsmittel können viele Situationen erleichtern.

Aber Alltag besteht nicht nur aus einzelnen Terminen.

Es geht um Einkaufen, Arztbesuche, Haushalt, Freizeit, soziale Kontakte, Orientierung, Beschäftigung und darum, den eigenen Tagesablauf selbst bestimmen zu können. Im höheren Alter können Unterstützungs- und Pflegebedarfe hinzukommen.

Genau hier setzt Home Instead an.

Unsere Unterstützung lebt davon, dass Mitarbeitende Zeit mit einem Menschen verbringen, ihn kennenlernen und verstehen, was ihm wichtig ist. Feste Bezugspersonen, verlässliche Zeiten und persönliche Beziehungen sind deshalb zentrale Bestandteile unseres Betreuungskonzepts.

Wenn eine gemeinsame Sprache fehlt, entsteht jedoch eine Lücke.

Gebärdensprache kann helfen, diese Lücke kleiner zu machen.

DGS ist mehr als „mit den Händen sprechen“

Deutsche Gebärdensprache ist eine eigenständige Sprache. Für die Kommunikation spielen nicht nur die Hände eine Rolle, sondern auch Mimik, Blickrichtung und Körperhaltung.

Das macht DGS für uns besonders interessant: Kommunikation wird sichtbar.

Wer gebärdet, braucht die Aufmerksamkeit seines Gegenübers. Man schaut einander an. Man nimmt Mimik wahr. Man konzentriert sich auf den Menschen, der gerade spricht.

Für eine Arbeit, die auf persönlicher Beziehung und individueller Unterstützung basiert, passt das erstaunlich gut zu unserem Verständnis von Betreuung.

Denn „einfach persönlicher“ bedeutet für uns auch: den Menschen direkt ansprechen zu können.

Warum wir selbst Gebärdensprache lernen

Wir möchten nicht behaupten, dass ein Gebärdensprachkurs aus unseren Mitarbeitenden DGS-Dolmetscher oder Spezialisten für Gehörlosigkeit macht.

Das wäre falsch.

Unser Ziel ist ein anderes.

Wir möchten Berührungsängste abbauen, grundlegende Kommunikation ermöglichen und ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie gehörlose Menschen kommunizieren und welche Barrieren ihnen im Alltag begegnen.

Dabei lernen wir nicht nur Vokabeln und Gebärden. Wir beschäftigen uns mit Mimik, Körperhaltung, visueller Aufmerksamkeit und mit der Kultur der Gebärdensprachgemeinschaft.

So entsteht Schritt für Schritt eine zusätzliche kommunikative Kompetenz innerhalb unseres Teams.

Eine Lücke zwischen Pflege, Alltag und Teilhabe

Gerade für ältere gehörlose Menschen kann dieser Ansatz relevant werden.

Alterungsprozesse verändern Unterstützungsbedarfe unabhängig davon, ob ein Mensch hört oder gehörlos ist. Haushaltsführung kann schwieriger werden, Mobilität kann abnehmen, Pflegebedürftigkeit kann entstehen oder Angehörige benötigen Entlastung.

Ein klassisches Unterstützungsangebot beantwortet dann zunächst die Frage:

Welche Hilfe wird benötigt?

Wir möchten zusätzlich fragen:

Wie müssen wir kommunizieren, damit diese Hilfe wirklich beim Menschen ankommt?

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Unsere Aufgabe soll nicht darin bestehen, spezialisierte Gehörlosenberatungen oder professionelle Gebärdensprachdolmetschende zu ersetzen. Im Gegenteil: Diese Angebote sind unverzichtbar.

Wir möchten eine Brücke in den Alltag schaffen.

Zwischen professioneller Beratung und Leben zu Hause.
Zwischen vorhandenen Leistungen und ihrer tatsächlichen Nutzung.
Zwischen Unterstützung und Verständigung.

Teilhabe betrifft auch Arbeit

Unser Blick richtet sich dabei nicht ausschließlich auf ältere Menschen.

Auch im Berufsleben bestehen Kommunikationsbarrieren. Eine REHADAT-Befragung ergab, dass drei Viertel der befragten Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit herausfordernde Hörsituationen im Arbeitsalltag erleben. Mehr als die Hälfte fühlte sich zum Thema Hörbeeinträchtigung und Beruf nicht ausreichend informiert.

Deshalb möchten wir perspektivisch auch darüber nachdenken, wie Menschen mit Hörbehinderung bei gesellschaftlicher und beruflicher Teilhabe unterstützt werden können.

Denn Fähigkeiten verschwinden nicht dadurch, dass ein Mensch nicht hört.

Manchmal fehlt schlicht der Zugang.

Was wir verändern möchten

Home Instead Ratingen betreut Menschen in Ratingen, Düsseldorf, Velbert und Heiligenhaus mit einem bewusst persönlichen Ansatz.

Wir arbeiten mit festen Bezugspersonen, nehmen uns Zeit und stellen unsere Mitarbeitenden persönlich vor.

Das Erlernen der Deutschen Gebärdensprache ist deshalb für uns kein separates „Inklusionsprojekt“.

Es ist eine konsequente Weiterentwicklung unseres Grundgedankens: Unterstützung muss sich dem Menschen anpassen – nicht der Mensch der Unterstützung.

Und manchmal beginnt das damit, eine neue Sprache zu lernen.

Sie sind gehörlos – oder unterstützen einen gehörlosen Angehörigen?

Dann möchten wir von Ihnen hören.

Welche Unterstützung fehlt Ihnen im Alltag? Wo stoßen Sie auf Barrieren? Und was müsste ein Unterstützungsangebot können, damit Sie es wirklich nutzen würden?

Sprechen Sie uns an – gerne auch dann, wenn Sie noch gar keine konkrete Betreuung suchen.

Gemeinsam können wir herausfinden, welche Unterstützung zu Ihrem Leben passt.

Jetzt Kontakt mit Home Instead Ratingen aufnehmen

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