Ein Tag, der zum Nachdenken anregt

12. Mai 2026
Betreuungskräfte vor Auto

Internationaler Tag der Pflegenden

Als Florence Nightingale am 12. Mai 1820 geboren wurde, existierte noch kein eigenes Krankenpflegewesen. Es gab hier und da Armenspitäler und kirchliche Sozialeinrichtungen; im Übrigen wurden Kranke zu Hause gepflegt. Die Medizin steckte noch in den Kinderschuhen, Hygiene war unbekannt. Es existierte kaum spezifisches Wissen über den richtigen Umgang mit Kranken. Personen, die Aufgaben in der Armen- und Krankenfürsorge wahrnahmen, hatten keinen guten Ruf und erhielten keine angemessene Vergütung.

Florence Nightingale, Tochter einer wohlhabenden und gebildeten Familie, hatte von Jugend an starkes Interesse an der Krankenpflege. Mit großer Beharrlichkeit gelang es ihr, zunächst gegen den Widerstand ihrer Eltern, sich mehr oder weniger heimlich fachliches Wissen anzueignen. Als Reisebegleiterin Bekannter konnte sie soziale Einrichtungen in anderen Ländern Europas kennen lernen und Fachkenntnisse z.B. in der Wundversorgung erwerben. Einige namhafte Ärzte aus dem Bekanntenkreis der Familie erkannten ihr Talent und förderten sie. Mit etwa 28 Jahren wurde sie Leiterin eines Pflegeheims in London, allerdings ohne Gehalt.

Eigeninitiative, Organisationstalent, Mut und gute Beziehungen ermöglichten es Florence Nightingale, ihre Vision einer professionellen, qualifizierten Krankenpflege Schritt für Schritt zu verwirklichen.

1854 trat Großbritannien in den Krimkrieg ein. Als die britische Öffentlichkeit dank dem modernen Kommunikationsmittel des Telegraphen von der katastrophal schlechten Versorgung britischer Verwundeter erfuhr, organisierte Nightingale auf eigene Faust einen Einsatz in Istanbul, wo man ihr und ihrer Gruppe von freiwilligen Schwestern und Helferinnen die Möglichkeit bot, ein heruntergekommenes Krankenhaus zu benutzen. Mit Spendengeldern, Willenskraft und Disziplin baute sie einen funktionierenden Krankenhausbetrieb inklusive eines geradezu modernen Rehabilitationswesens auf.

Trotz vielen Widerständen und einer schweren chronischen Erkrankung gelang es ihr, eine Reformbewegung in Gang zu setzen, die das Krankenfürsorgewesen in Großbritannien und darüber hinaus revolutionierte. Zudem trieb sie intensive statistische Studien, um aus soliden Daten gesundheitspolitische Empfehlungen abzuleiten. Sie erwarb große Popularität und erheblichen Einfluss und veröffentlichte zahlreiche Schriften, in denen sie ihre Forderungen durch statistische Grafiken untermauerte. Sie galt bald als Autorität in Fragen der Krankenpflege, und ihre Empfehlungen wurden zur Grundlage einer umfassenden Reform des militärischen Sanitätswesens in Großbritannien, welche die Sterblichkeitsrate unter Soldaten dramatisch reduzierte. Auch das moderne Ausbildungssystem für Pflegekräfte geht auf Florence Nightingale zurück. 1860 wurde in London die Nightingale School of Nursing eröffnet. Auch für eine Reform der Armenfürsorge setzte sich Nightingale nachdrücklich und erfolgreich ein. Sie starb 1910.

In Erinnerung an Florence Nightingale wird seit 1965 an ihrem Geburtstag, dem 12. Mai, der Internationale Tag der Pflegenden begangen. Er soll auf die vielen Menschen in aller Welt aufmerksam machen, die ihre Fähigkeit zur Empathie der Pflege kranker und älterer Menschen widmen. Weltweit sind rund 28 Millionen Personen in Pflegeberufen tätig.

Erst im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie vor wenigen Jahren ist weiten Teilen der Öffentlichkeit so richtig klar geworden, welchen aufopferungsvollen Beitrag Pflegende – ob beruflich oder im privaten Umfeld – zum Wohlergehen der Gesellschaft leisten. In der Folge wurde die Vergütung dieser Berufsgruppe deutlich verbessert.

Als größter privater Anbieter ambulanter Betreuungs- und Pflegedienstleistungen ist Home Instead stolz auf seine Betreuungskräfte. Sie sind ganz besondere Menschen, die sich durch großes Einfühlungsvermögen und ein ausgeprägtes Talent für Fürsorge auszeichnen. Sie und alle anderen Pflegenden haben es verdient, dass wir uns nicht nur an diesem Tag in Erinnerung rufen, um wieviel reicher wir alle sind, weil es sie gibt.

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