Demenz- Wie spricht man mit jemandem, der einen langsam vergisst?

09. Juli 2026
Betreuungskraft kaemmt Seniorin

Wie spreche ich mit einem Menschen mit Demenz?

„Mama, hast du deine Tabletten genommen?“ – Stille. Unsicherheit. Frustration.

Viele Angehörige kennen solche Momente. Man möchte helfen, doch plötzlich scheint die Kommunikation nicht mehr zu funktionieren. Antworten bleiben aus, Fragen führen zu Verunsicherung oder Missverständnissen, und beide Seiten sind frustriert.

Demenz verändert die Art und Weise, wie Informationen verarbeitet werden. Was für andere selbstverständlich ist, kann demenziell Erkrankte schnell überfordern. Sie verstehen manche Fragen oder Aussagen nicht mehr.

Die gute Nachricht: Schon kleine Veränderungen in der Kommunikation können den Alltag deutlich erleichtern.

 

Kurze und einfache Sätze verwenden

Je einfacher man eine Aussage formuliert, desto leichter kann sie verstanden werden.

Statt:

„Hast du heute Morgen schon deine Tabletten genommen oder möchtest du das gleich nach dem Frühstück machen?“

Besser:

„Jetzt nehmen wir deine Tabletten.“

 

Eine Botschaft nach der anderen

Mehrere Informationen gleichzeitig können verwirren.

Statt:

„Zieh bitte deine Jacke an, nimm deine Tasche mit und dann gehen wir los.“

Besser:

„Bitte zieh deine Jacke an.“

Oder gemeinsames Handeln mit Worten verbinden:

„So, jetzt die Jacke anziehen!“

Erst danach folgt der nächste Schritt.

 

Geschlossene Fragen stellen

Offene Fragen setzen voraus, dass Erinnerungen abgerufen oder Entscheidungen getroffen werden. Das fällt vielen Menschen mit Demenz schwer.

Statt:

„Was möchtest du heute essen?“

Besser:

„Möchtest du Kartoffeln oder Nudeln?“

Oder:
„Möchtest du einen Tee?“

 

Nicht korrigieren oder diskutieren

Menschen mit Demenz erleben Situationen häufig anders. Ständiges Korrigieren kann Unsicherheit oder Stress auslösen.

Statt zu widersprechen, hilft es oft, auf die Gefühle der Person einzugehen und Verständnis zu zeigen.

Statt:

„Warum hast du denn das gemacht?“ oder: „Das ist doch ganz verkehrt!“

Besser:

Einfach freundlich das Richtige tun bzw. sagen: „Das macht nichts.“

 

Ruhe ausstrahlen

Nicht nur die Worte sind wichtig. Eine ruhige Stimme, Blickkontakt und genügend Zeit für eine Antwort vermitteln Sicherheit und können die Kommunikation erleichtern.

Und: Nie verärgert oder beleidigt reagieren – „unangemessenes“ Verhalten entsteht durch fehlgeleitete Gehirnprozesse, nicht durch Böswilligkeit. Widerspruch und Zwang verursachen Angst statt Einsicht.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Es gibt keine allgemeingültige Formel für die Kommunikation mit Menschen mit Demenz. Jeder Mensch ist unterschiedlich. Dennoch können einfache Sprache, Geduld, Zuwendung und ein wertschätzender Umgang dazu beitragen, Situationen zu entspannen und den Alltag für Betroffene und Angehörige angenehmer zu gestalten.

Quellen

https://homeinstead.de/themen/demenz/

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