Als ich in der Verwaltung von Home Instead begann, war für mich vieles neu. Ich hatte bislang keine Erfahrung in der Pflege und kannte die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort nur aus Erzählungen. Als eine Mitarbeiterin für zwei Wochen Urlaub hatte, fragte mich mein Chef, ob ich mir vorstellen könne, ihren Kundeneinsatz zu übernehmen – als kleine Vertretung, um die Arbeit „draußen“ einmal selbst kennenzulernen. Neugierig und offen für neue Erfahrungen stimmte ich zu, ohne zu wissen, was genau auf mich zukommen würde.
In dieser Zeit betreute ich einen über 80-jährigen Kunden, der alleine lebte und demenziell verändert war. Meine Aufgabe war es, ihn morgens zu unterstützen: darauf zu achten, dass er frühstückte, genug trank, sich wusch und ankleidete und ihm vor allem Gesellschaft zu leisten. Der Herr war ein ausgesprochen freundlicher Mensch. Schon bei der Übergabe erzählte mir die Kollegin, dass er Brötchen und Croissants liebte. Also brachte ich ihm jeden Morgen eines davon mit. Seine Freude darüber war ehrlich und herzlich.
Aufgrund seiner Demenz wiederholte er viele Dinge immer wieder, und vieles geriet für ihn schnell in Vergessenheit. Umso schöner war es für mich, dass er mich manchmal wiedererkannte, wenn ich morgens zur Tür hereinkam. Diese kurzen Momente der Vertrautheit haben mich besonders berührt.
Er erzählte mir viel aus seinem früheren Leben und von seiner Arbeit. Aber besonders emotional waren die Geschichten über seine Frau. Oft war er überzeugt, sie sei noch im Krankenhaus. Doch manchmal hatte er klare, wache Momente – und dann wurde ihm bewusst, dass seine Frau bereits verstorben war und auf dem nahegelegenen Friedhof ruhte. Ich fragte ihn, ob er sie nicht einmal besuchen möchte, und bot an, ihn zu begleiten. Er war sichtlich gerührt. Am Grab seiner Frau standen wir schweigend, und ich sah, wie ihm eine Träne über die Wange lief. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie bedeutend unsere Arbeit ist – wie viel Nähe, Halt und Wertschätzung unsere Mitarbeiter den Menschen geben, selbst wenn diese sich am nächsten Tag vielleicht nicht mehr daran erinnern können.
Diese zwei Wochen haben mich tief beeindruckt. Sie haben mir gezeigt, welch großartige Arbeit unsere Kolleginnen und Kollegen täglich leisten und wie wichtig diese kleinen, menschlichen Begegnungen für unsere Kunden sind.
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