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Die Rückkehr der Ringe – oder: das Glück aus der Waschmaschine

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Die 92-jährige Liselotte Gehrmann wird von Beate Langwald von Home Instead Wesel betreut. Frau Gehrmann hat schon viel gesehen im Leben. Doch eines Tages schien etwas Schreckliches passiert zu sein. „Ach Beate, mir geht es heute gar nicht gut“, lauteten ihre Worte zum Empfang. Dann begann die alte Dame bitterlich zu weinen. Was war geschehen? Beate Langwald nahm die Kundin in den Arm und beruhigte sie zunächst. „Ich habe meinen Verlobungs- und meinen Ehering verloren. „Soll ich mal suchen?“, bot die Betreuungskraft an. „Nein, Beate, wir haben schon alle –auch die Familie und meine Reinigungshilfe – überall geschaut…“

Und wieder flossen die Tränen, was auch Beate Langwald nicht unberührt ließ. Danach unterhielten sich beide eine Weile, bevor die Kundin eine ungewöhnliche Bitte äußerte: Sie wolle jetzt lieber mit ihrer Trauer um ihre schönen Ringe allein sein. „Ok“, sagte Beate Langwald, „ich komme am Freitag wieder.“

Die Tage vergingen, und als die Betreuungskraft wieder zur Kundin ging, waren die Ringe immer noch verschwunden. Frau Gehrmann tat sich sehr schwer mit dem Verlust, versuchte aber tapfer, sich damit abzufinden.

An diesem Tag stand unter anderem an, die Waschmaschine im Keller auszuräumen und die Wäsche aufzuhängen. Obwohl es gar nicht zu ihren Kernaufgaben gehört, sind solche Erledigungen für Beate Langwald eine Selbstverständlichkeit – selbst wenn die Kundin meinte, es wäre gar nicht nötig. Also ging die Betreuungskraft in den Waschkeller und machte sich an die Arbeit. Frau Gehrmann hatte ihr vorher versichert, es ginge ihr schon wieder besser – aber ob das wirklich stimmte? Der Verlust war schrecklich, und sie war sichtlich noch lange nicht „darüber hinweg“. „Sie brauchen die Wäsche wirklich nicht machen“, sagte Frau Gehrmann noch einmal, aber das war nun das Geringste, was die Betreuungskraft für die Kundin tun konnte. Das Drama ging auch an Beate Langwald nicht spurlos vorüber, sie litt mit und hätte so gerne geholfen.

Erst einmal jedoch stand die Wäsche auf dem Programm. Also ab in den Keller und beherzt in die Maschine gegriffen. Doch was war das? Im Gummiring der Dichtung klimperte es verdächtig. Das waren doch nicht… Doch! Die beiden schmerzlich vermissten Ringe von Frau Gehrmann kamen zum Vorschein. Wer könnte sich diesen Moment der Freude nicht bildlich vorstellen?

Mit Wäschekorb und Ringen ging Beate Langwald zurück in die Wohnung. „Frau Gehrmann“, rief sie ganz aufgeregt, „schauen Sie, was ich in der Maschine gefunden habe!“ Die Kundin konnte es nicht fassen und begann gleich wieder zu weinen. „Beate, Sie sind ein Engel“, staunte sie. „Ja, aber bitte nicht mehr weinen“, entgegnete ihre Betreuungskraft. „Das sind doch Freudentränen“, antwortete Frau Gehrmann, dann lagen sich beide Frauen in den Armen.

„Das war der schönste Tag seit langem“, sagt die Kundin heute noch – und für ihre Betreuungskraft gilt das Gleiche. „Ja, das war ein toller Tag“, so ihr Fazit.              

Gemeinsam weinen, gemeinsam lachen: Der Alltag, den Betreuungskräfte und Kunden miteinander teilen, bringt alles, was das Leben auch sonst bereithält. Dazu gehört Freude, dazu gehören aber manchmal auch schwierige Situationen oder Trauer. Diese Momente miteinander zu teilen, verdoppelt die Freude und halbiert das Leid – das ist es, was unsere Betreuung einfach persönlicher macht.    siegerin-langwald.jpg