Die Corona-Pandemie hat schon viel in unser aller Leben durcheinandergebracht. Aber einige von uns brachte sie auch näher zusammen: wie Frau Wehse und Frau Schulze. Frau Wehse betreut die rüstige 95-Jährige seit Sommer 2020. Sie arbeitet parallel in der Event- und Veranstaltungsbranche, doch erst durch pandemiebedingte Kurzarbeit fand sie zu ihrem „Herzensjob“ in der Seniorenbetreuung. Und entdeckte ein neues Talent an sich.

Es begann damals wie ein ganz normaler Tag. „Es war Spätsommer. Und aufgrund der Pandemie begaben wir uns mit Mund-Nasen-Schutz ausgestattet zum Tegeler See. An der Promenade flanierten ein paar Leute, die Passagierschiffe legten ab und die Sonne glitzerte auf dem Wasser, so dass wir die Augen zusammenkneifen mussten.“

Frau Schulze ging dort ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und beobachtete Spaziergänger und verteilte Leckerchen an die vielen Hunde. Früher hatte sie auch eine kleine Hündin, sie hieß Nelli. Deshalb nennt sie ihren kleinen Spaziergang auch gerne die „Nelli-Runde“. 

Mit ihrem Rollator ist Frau Schulze noch ganz gut unterwegs, aber irgendwann wurde sie müde und brauchte eine Pause. „Am nahegelegenen Pavillon bestellte ich kleine Snacks, die wir im Schatten eines Baumes auf der Wiese genießen konnten.“ Doch Frau Schulze hatte noch lange nicht genug, sie wollte diesen Nachmittag noch einmal richtig auskosten: „Wenn die Sonne scheint, muss man Eis essen!“, sagte sie. Gesagt, getan. Also hielten die beiden noch an einer Eisbude, um den Ausflug so richtig abzurunden.

Frau Wehse fasst es so zusammen: „Es war einer der seltenen Tage, an dem wir unsere gesamten 3 Stunden, die wir zur Verfügung hatten, für einen Ausflug ,draufgehen‘ ließen. Es sollte das einzige Mal im Jahr 2020 bleiben. Aber mit diesem Tag am See haben wir eine bleibende Erinnerung geschaffen, an die Frau Schulze und ich sehr gern zurückdenken.“